Unsere Mission: 770 Stufen, 39 Stockwerke

 

 

Warum? Weshalb? Wieso? Es gibt Fragen, die hat sich garantiert jeder Teilnehmer des Berliner Stairruns irgendwo zwischen Stockwerk 1 und 39 gefragt. Aber dazu später mehr.

Was ist überhaupt der Stairrun? Stairrun ist ein Wettbewerb der vielen Personen besser unter den Begriff Skyrun bekannt ist. Hier gilt es, ein möglichst hohes Gebäude in einer möglichst kurzen Zeit hinauf zu laufen. Betonung liegt auf "laufen", denn der Fahrstuhl darf allenfalls auf dem Weg runter genutzt werden.

Bei den Feuerwehren erfreut sich diese Art der Wettbewerbe immer größerer Beliebtheit. Die Herausforderung bei Feuerwehren ist es, diesen Wettbewerb nicht etwa in Sportkleidung zu absolvieren, sondern in kompletter Feuerwehrschutzkleidung, inklusive angeschlossenem Atemschutzgerät. Schutzkleidung, die dazu entwickelt wurde den Träger im Brandeinsatz vor Hitze und Flammen zu schützen, ist nun mal nicht wirklich leicht und atmungsaktiv, so wie es die Funktionskleidung von Sportlern ist. Jeder Atemschutzgeräteträger wiegt mit seiner Schutzausrüstung ca. 20 kg mehr und im Fall des Stairruns muss er dieses zusätzliche Gewicht auch bis in den 39. Stock hinaufschaffen. Und der Weg ist lang. Frei nach den Söhnen Mannheims: "Dieser Weg, wird kein leichter sein..." Gerade die schweren Feuerwehrstiefel verwandeln sich dabei in gefühlte 20kg Beton.

Trotz aller angekündigten Strapazen haben sich dieses Jahr 16 Einsatzkräfte aus Hardegsen dazu entschlossen, am Berliner Stairrun teilzunehmen. Bereits seit 2008 fahren Feuerwehrkräfte aus Hardegsen nach Berlin, um sich am dortigen Park Inn Hotel mit anderen 200 teilnehmenden Teams zu messen und die eigenen Grenzen kennenzulernen. Nach und nach erhöhte sich die Zahl der Teilnehmer aus Hardegsen und den umliegenden Ortschaften, bis dieses Jahr die Feuerwehren der Stadt Hardegsen eine der zahlenmäßig größten Gruppe aufstellen konnten. Lediglich die Gastgeber aus Berlin waren stärker vertreten.

Da auch die Angehörigen der hardegser Teilnehmer es sich nicht nehmen lassen wollten, mit nach Berlin zu reisen, zeigte sich schon in der Planungsphase, dass eine Anreise mit PKW oder MTW nicht sinnvoll war. So wurde das Reisebusunternehmen Cohrs angesprochen und ein Reisebus gemietet. Dieser stand auch samt Fahrer pünktlich am Wettkampftag auf dem Hof der Feuerwehr und um 5:00 Uhr ging es Richtung Bundeshauptstadt. War der erste Teil der Reise noch sehr ruhig und verschlafen, nahm die Nervosität gerade bei den erstmaligen Startern von Kilometer zu Kilometer zu. Direkt vor dem Park Inn Hotel, wo ein Parkplatz für den Reisebus reserviert worden war, zeigte sich das Hotel in seiner gesamten Höhe! Und die ist von unten gesehen sehr eindrucksvoll! Zum jetzigen Zeitpunkt kam bei den ersten hardegser Feuerwehrangehörigen der Gedanke, dass die Anmeldung nicht die beste Idee gewesen ist. Aber es gab kein zurück! Es gab nur einen Weg: und der ging Aufwärts!

Pünktlich um 11:00 Uhr war der erste Startblock an der Reihe, und begleitet von Pipes & Drumms machten sich die Läufer bereit. Helm, Handschuhe und Atemschutzgerät wurden noch einmal gescheckt und angelegt. Im 30 Sekunden Takt starteten die jeweiligen Trupps und nach einer kurzen Laufstrecke über den Alexanderplatz ging es ins Treppenhaus des Hotels und von nun an stetig aufwärts.

Hiermit sind wir wieder bei der Anfangsaussage, dass jedem Feuerwehrtrupp auf dem Weg nach oben die drei Fragewörter in den Sinn gekommen sind. Warum? Wieso? Weshalb?  Schon auf den ersten Stockwerken erhöhte sich der Pulsschlag und die Atemfrequenz stieg an. Bereits nach den ersten Stockwerken lag die kardiologische Belastung jedes einzelnen in einem Bereich, dem jeden Arzt graue Haare wachsen lassen würde. Langsam, zu langsam wurde Etage um Etage überwunden, bis im 20. Stock ein Treppenhauswechsel anstand. Angefeuert von Cheerleadern ging es weiter. Mittlerweile hatte sich das Großhirn zurück gezogen und überließ die Arbeit dem vegetativen Nervensystem. Frei nach dem Motto: "Macht ohne mich weiter". Nach einer gefühlten Ewigkeit war Stockwerk 30 überwunden und nach und nach nährte man (und frau) sich dem Zielstockwerk. Auf der obersten Plattform des Hotels angekommen nahmen helfende Hände das Atemschutzgerät ab und öffneten die Einsatzkleidung. Noch etwas zu trinken in die Hand gedrückt und schon musste man weiter um den Platz für den nächsten Trupp zu schaffen.

Um 14:00 Uhr waren alle der insgesamt 200 Teams gestartet und die Siegerehrung konnte beginnen. Die Überraschung stand dem Team Anja Riehn / Jörg Schütrumpf ins Gesicht geschrieben, als sich zeigte, dass sie in der Klasse Mixed Team den ersten Platz erreicht hatten. Aber auch alle anderen Teilnehmer haben mit den Leistungen überzeugt! Obwohl der Sinn des Wettbewerbes hier und da angezweifelt wird, so kann man sich sicher sein, dass auch beim nächsten Einsatz die körperliche Leistungsfähigkeit der Feuerwehrkräfte auf einem optimalen Stand ist und es somit ermöglicht, den Einsatz gut und professionell abzuarbeiten.

 

Die Ergebnisse der Teams:

 

Florian Ramswik Tobias Vogt 9:14
Melf Behrens Mario Mirth 9:23
Torben Lindemann Lars Schäfer 9:31
David Ziaja Carsten Schütte 9:31
Klaus Riehn Axel Meyer 9:42
Anja Riehn Jörg Schütrumpf 10:09
Thomas Ziaja Jörg Hartmann 12:02
Tobias Kleinhans Tobias Tanz 12:33

 

An dieser Stelle bedanken wir uns bei dem Reisebusunternehmen Cohrs für die angenehme Fahrt und weiterhin gilt unser Dank dem Förderverein Europas Challenge e.V. für die Unterstützung

 

 

 

Das Park Inn Hotel in Berlin. 39 Stockwerke, 770 Stufen

 

 

Mit schottischer Musik ging es zur Startlinie

 
Nach und Nach starteten alle 200 Teams

Um den Blick von oben auf den Alex zu geniessen.

 

 
.Die Mission: 39 Stockwerke, 770 Stufen
 

Weitere Bilder in unsortierter Reihenfolge: