Hardegser Einsatzkräfte nehmen am 5. Berliner Skyrun teil

 

 

Der Skyrun ist ein Wettbewerb bei dem es auf Kondition, Kraft und eine gehörige Portion Irrsinn ankommt. Bei diesem Sport gilt es, ein Hochhaus oder Fernsehturm in möglichst kurzer Zeit hinauf zu laufen. Im Bereich der Feuerwehren ist diese Disziplin noch einmal verschärft worden. Die Einsatzkräfte müssen das Bauwerk in kompletter Feuerwehrschutzkleidung, inklusive Atemschutzgerät, erklimmen. Da die komplette Schutzausrüstung um die 25 kg wiegt und nicht unbedingt Wärme und Schweiß ableitet, wie z.B. moderne Funktionskleidung im Sportbereich, ist hier die körperliche Belastung noch einmal ein vielfaches höher. Dazu kommt, dass hier im 2er Team vorgegangen wird. Wie im Einsatzfall heißt es, im Trupp starten und im Trupp ankommen. Hier kommt es auf Teamfähigkeit an und darauf, sich auf den langen Minuten bis nach oben, Mut zuzusprechen und sich gegenseitig zu motivieren.

Bereits im Jahr 2008 und 2009 haben Teams der Freiwilligen Feuerwehr Hardegsen an dem Berliner Skyrun teilgenommen. Dieses Jahr waren insgesamt fünf Teams aus dem Stadtgebiet am Start, um die 39 Stockwerke mit den 770 Stufen zu bewältigen.

Pünktlich um 5:30 Uhr des Pfingstsonntages ging es Richtung der Bundeshauptstadt. Da die Autobahnen noch recht frei waren, kamen die Feuerwehrkräfte und ihre Angehörigen recht zeitig am Park Inn Hotel am Alexanderplatz an. Nachdem die Startnummern entgegengenommen waren, blieb somit noch Zeit bis zum Start. Während die einen Teilnehmer die Zeit mit Capuccino und Espresso überbrückten, versuchten einige andere die Zeit mit Aufbau von Nervosität tot zu schlagen.

Aber auch das längste Warten hat ein Ende und der Start rückte unaufhaltsam näher. Kurz vor dem Start begannen die Feuerwehrkräfte die Atemschutzgeräte zu überprüfen und die Schutzkleidung anzulegen. Dann begann der Countdown und ein Team nach dem anderen machte sich auf dem Weg um die 770 Stufen zu bezwingen. Dieses Jahr gab es eine Verschärfung des Wettbewerbes. Bevor es in das Treppenhaus ging, musste eine Strecke von ca 300m gelaufen werden. Was auf einem Sportplatz in Sportbekleidung ein Leichtes ist, forderte hier bereits die erste Kraft. Im Treppenhaus wurde dann Stockwerk um Stockwerk bezwungen. Waren die ersten Stockwerke noch ein leichtes, begannen nach und nach die Muskeln zu schmerzen, die Lunge forderte ihren Tribut, der Puls pendelte sich bei gefühlten 200 Schlägen pro Minute ein und das Gehirn beschränkte sich auf die Regelung der Grundfunktionen. Plakate, die der Veranstalter aufgehängt hatte, halfen nicht unbedingt dabei, die Motivation zu steigern: "Noch ist Zeit umzukehren", "Nicht doch lieber den Fahrstuhl nehmen?" oder "Nur noch 38 Stockwerke!" (von 39.!) waren nur einige dieser mut machenden Schilder. Aber irgendwann war es dann doch geschafft. Durch den Treppenraum flutete das erste Tageslicht und somit lagen nur noch wenige Stufen von sich und dem Ziel. Unter dem Jubel der Cheerleader ging es endlich raus auf die Aussichtsplattform und durch das Ziel. Geschafft!

Helfende Hände nahmen die Atemschutzgeräte ab, halfen beim öffnen der Schutzkleidung und reichten Getränke. Irgendwann begann das Gehirn wieder mit der normalen Arbeit und man wurde sich bewusst: Endlich geschafft, endlich oben, nie wieder! Nun noch kurz die Aussicht genießen und dann wieder nach unten. Natürlich mit dem Fahrstuhl!

Nachdem alle Teilnehmer gestartet waren, stand die Siegerehrung der 170 gestarteten Teams auf dem Programm. Hier konnte das Mixed Team, Anja Riehn und Jörg Schütrumpf, den ersten Preis in ihrer Kategorie entgegen nehmen.

Aber auch alle anderen Teilnehmer waren glücklich, die Strapazen überstanden zu haben. Und man hörte den ein oder anderen leise munkeln: Nächstes Jahr mache ich wieder mit.

 

Aus dem Stadtgebiet Hardegsen starteten folgende Einsatzkräfte:

 

Axel Meyer

Mario Mirth

Klaus Riehn

Florian Ramswig

Tobias Kleinhans

Torben Lindemann

Jörg Schütrumpf

Anja Riehn

Jörg Hartmann

Thomas "Opa" Ziaja

Weitere Infos: http://www.tfa-berlin.de und http://www.tfa-picture.com.
 

Schlange stehen bei der Anmeldung. 174 Teams gingen an den Start

 

Sieht hoch aus, ist es auch. 770 Stufen auf 39 Stockwerke.

Kurz vor dem Start: Anlegen der Schutzkleidung und anschließen des Atemschutzgerätes

Ein letztes mal posieren für die Kamera. Unter der Atemschutzmaske nicht zu erahnen: der letzte Gedanke: "Wieso eigentlich ich?"

 
Erst mussten 300 m vom Alexanderplaz bis zum Eingang des Park Inn Hotels zurück gelegt werden.

Hier deutlicher der letzte Gedanke: "Wieso eigentlich ich?"

 
Helfende Hände am Ziel

Jörg und seine Chearleader. nicht der Schnellste, aber der Bestausehenste (Zitat Jörg)

Die Aussicht von der Plattform aus.

Die Siegerehrung. Anja Riehn und Jörg Schütrumpf konnten den ersten Siegerpokal entgegennehmen. Rechts daneben: Denis Pfüller und Sina Rusteberg aus Northeim

 
 

 

 

 

 

Die Teilnehmer aus dem Landkreis Northeim.

Alle Bilder in unsortierter Reihenfolge: